September - Dezember 2002
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Zeittafel zur Geschichte Mexikos
 
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Teotihuacán Monte Albán
In der Vorkolonialzeit gab es bedeutende Hochkulturen in Mexiko, unter anderem die Olmeken in Südostmexiko (1. Jahrtausend vor Chr.), Teotihuacán (die Pyramiden nahe Mexiko-Stadt, Blütezeit um 600 n. Chr.), Mayas (Chichen Itzá, Palenque, Blütezeit ebenfalls um 600 n. Chr.), Azteken (seit 1300).
Chichen Itzá
Gründung von Tenochtitlán (heute Mexiko-Stadt) durch die Azteken
Unterwerfung der Azteken durch die spanischen Konquistadoren (Hernán Cortés). 300 Jahre spanische Kolonialherrschaft. Christianisierung und Hispanisierung.
Erringung der Unabhängigkeit, die jedoch nicht, wie in Nordamerika, von einer Demokratisierung begleitet war. Die ursprünglich sozialrevolutionären Kräfte der Unabhängigkeitsbewegung werden von der konservativen, spanischstämmigen Oberschicht ausgeschaltet.
Nach dem Krieg mit den USA Abtretung der Hälfte des mexikanischen Staatsgebietes (Texas, Neu-Mexiko, Arizona, Kalifornien, Utah, Nevada und Teile von Colorado).
Präsidentschaft des einer indianischen Familie entstammenden Obersten Richters Benito Juárez, dessen von liberalen Reformen geprägte Amtszeit durch die bewaffnete Intervention Frankreichs unterbrochen wird (Vorwand: Eintreibung von Auslandsschulden). Der von Napoleon III zum Kaiser von Mexiko eingesetzte Erzherzog Maximilian von Österreich unterliegt im Kampf gegen Juárez (den die USA unterstützen) und wird 1867 erschossen. Die Kirche verliert ihren politischen Einfluss.
Unter der Diktatur des Präsidenten Porfirio Díaz beginnende Industrialisierung des Landes mit ausländischen Investitionen. Mexiko gerät in wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA.
Bürgerkrieg mit Sieg einer von Bauern (Emiliano Zapata und Pancho Villa), Arbeitern und progressiven bürgerlichen Kräften getragenen Revolution, die Ende der 20er Jahre in die sogenannte "institutionelle Revolution" (nach der die mexikanische Staatspartei benannt wurde) überleitet.
Verabschiedung der bis heute gültigen Verfassung.
Gründung der revolutionären Staatspartei, die seit 1946 den Namen PRI (Partido Revolucionario Institucional) trägt.
Verstaatlichung der ausländischen Ölgesellschaften unter Präsident Lázaro Cárdenas.
Kriegseintritt Mexikos auf der Seite der Alliierten nach Versenkung von zwei mexikanischen Tankern durch deutsche U-Boote im Golf von Mexiko. Mexiko steigert seine Rohstofflieferungen an die USA, die ihre Investitionen in den folgenden Jahren vervielfachen.
Die durchgeführten Reformen haben den Freiheitsraum der Mexikaner erweitert, aber die soziale Ungleichheit trotz Ölreichtums nicht beseitigt (auf 10% der Bevölkerung entfallen über 60% der Einkommen).
Blutige Niederschlagung von Studentenunruhen (Tlatelolco) im Vorfeld der Olympischen Spiele.
Am 19. September zerstört ein Erdbeben große Teile des Zentrums von Mexiko-Stadt.
Wirtschaftliche Öffnung und Liberalisierung unter Präsident Salinas.
Ab Januar Freihandelsabkommen mit USA und Kanada (NAFTA), gleichzeitig Aufstand im südlichen Bundesstaat Chiapas (durch die EZLN).
Ansätze zu innenpolitischen Reformen - Trennung Partei und Regierung, Unabhängigkeit der Justiz, Föderalisierung - unter Präsident Zedillo, tiefe Wirtschaftskrise (Pesokrise ab Dezember 1994).
Wirtschaftliche Wiederbelebung, Einigung mit EZLN über Rechte der indigenen Minderheit (Verträge von San Andrés de Larráinzar), Wahlrechtsreform u.a. mit Autonomie des Wahlamtes, PRI-Verluste bei Kommunalwahlen.
Bei den Wahlen am 6. Juli verliert die PRI die absolute Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Herausbildung eines Mehrparteiensystems.
November: Erstmals Vorwahl der PRI für Präsidentschaftskandidat.
2. Juli: Nach über 70 Jahren wird die PRI als Regierungspartei abgelöst. Sieg des PAN-Kandidaten Vicente Fox.

Dezember: Amtsantritt von Präsident Vicente Fox. Die Regierung verspricht umfassende Reformen.
2. März: Marsch der EZLN-Kommandanten nach Mexiko-Stadt; Auftritt im Parlament.

30. April: Das Parlament nimmt den auf der Grundlage der Vereinbarungen von San Andrés de Larráinzar ausgearbeiteten Gesetzentwurf über die Rechte und Kultur der Indigenen in veränderter Form an. Daraufhin lehnt die EZLN die Wiederaufnahme des Dialogs mit der Regierung ab.

Oktober: Die 56. Generalversammlung der UN wählt Mexiko für die Wahlperiode 2002/2003 zum nicht ständigen Mitglied des Sicherheitsrats.

Mit freundlicher Genehmigung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Stand: Januar 2002.

© Fotos: Gerhard Haupt

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