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Große Meister der mexikanischen Volkskunst

Der Tod kann zuweilen sehr inspirierend sein: Totengerippe aus Pappmaché, Gebäck und sogar Totenschädel aus Zucker werden in Mexiko alljährlich zu Allerheiligen produziert. Der Kunsthandwerker Wenceslao Rivas Contreras aus Toluca hat es in der Herstellung der Zuckertotenköpfe zur nationalen Berühmtheit gebracht. Reich verziert mit bunten Mustern, Strass und essbaren Blumenapplikationen starren die Schädel aus ausdrucksstark blinkenden Augenhöhlen. Nun sind Contreras Werke in Berlin zu sehen.

Annähernd 1200 Exponate aus allen Bereichen der Volkskunst versammelt diese einmalige Ausstellung auf tausend Quadratmetern Fläche. Die beeindruckenden Miniaturschnitzereien aus Knochen von Roberto Ruiz ebenso wie die geschliffenen und phantasievoll verzierten Kokosnüsse von José Castellanos Rabanales. Schmuck, Masken, Sombreros und Korbwaren sowie Geschirr faszinieren durch ihre sprühende Farben- und Ausdruckskraft.

Als "Meister des Klanges und der Stille" gilt Ascención de la Cruz Morales: Seine Instrumente sind in Klang und Design einmalig. Seinen Kontrabass aus hellem Holz und bunt bemalten Saiten scheint so gar nichts mit dem schweren Instrument zu verbinden, das europäische Musiker spielen. Trotz seiner Größe wirkt er leicht und fast fragil. Die Lebensbäume aus Metepec wiederum beeindrucken durch ihre Größe und Wucht. Kerzenleuchter von überdimensionalen Ausmaßen sind meist mit christlichen Motiven förmlich überladen. Oscar Soteno Elías gibt aber auch ein phantasievolles Beispiel für andere Themen mit seinem "Baum der Tänze".

Die große Tradition des Kunsthandwerkes in Mexiko liegt unter anderem in der Religion begründet: Der Zusammenprall der altmexikanischen Kulturen mit der katholischen Kultur mit der katholischen Kultur Europas, speziell Spaniens, findet seinen Ausdruck auch heute noch in religiösen Bräuchen sowie in den verschiedenartigsten Festen. Die Fiestas inspirieren Künstler und Kunsthandwerker zu immer neuen Interpretationen religiöser wie auch gesellschaftlicher Anlässe. Das zeigen nicht zuletzt die bunt bestickten Festtags-Hemden und Festtags-Röcke von Faustina Sumano García.

Die Ausstellung löst das Kunsthandwerk und seine großen Meister aus der üblichen Anonymität. Mit diesem neuen Ansatz der Präsentation wird die Leistung, Gestaltungskraft und das Können von über 200 mexikanischen Kunsthandwerkern erfahrbar.

Eine Ausstellung des Fomento Cultural BANAMEX.


>> Ethnologisches Museum SMPK

17. September 2002 - 23. Februar 2003
Eröffnung: 15. September 12 Uhr

Di - Fr 10.00 - 18.00 Uhr
Sa - So 11.00 - 18.00 Uhr

Einritt: 3 Euro / erm. 1,50 Euro
jeden 1. So im Monat Eintritt frei


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© Ethnologisches Museum SMPK, 2002