September - Dezember 2002
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Der künstliche Himmel
Von Juan Villoro
Stadt - Start
Passagiere, die nachts am Flughafen Benito Juárez ankommen, bestaunen beim Landeanflug einen umgekehrten Himmel. Tausende Sterne pulsieren am Horizont. Das Flugzeug verfolgt eine Galaxie. In dieser unfassbaren Landschaft verbirgt sich der Schlüssel zum Verständnis des geheimen Vorsatzes von Mexiko, Bundesdistrikt. Die gesamte Geschichte dieses, unseres Ortes weist auf die Schaffung eines künstlichen Himmels hin. Die aztekischen Bauten entstanden über dem See und spiegelten sich in dessen Wassern wider; die Stadt hatte zwei Himmel. Seit damals leben wir in dem Versuch, diese Himmel zu unterdrücken und einen komplizierten Ersatz für sie zu suchen. Jahrhundertelang haben wir uns angestrengt, die Wasser des Sees abzuleiten, und danach - dank unserer industriellen Delirien - haben wir die reine Luft ausgelöscht. Heutzutage ist der Himmel ein diffuser Nebel, den die Kinder in ihren Schulheften mit braunen und grauen Stiften ausmalen. Mit einer ganz eigenen Fortschrittslogik hat das moderne Tenochtitlán die Elemente zerstört, die es erst möglich machten.
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© Foto: Gerhard Haupt
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Juan Villoro in MEXartes-berlin.de:

Kurator für das Wortprogramm zum Thema Stadt (zusammen mit Néstor García Canclini)

Mexiko 2010: eine Stadt improvisiert ihre Globalisierung
Gesprächspartner nach dem Vortrag von Néstor García Canclini am 11. Oktober, 18.00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt

Stadterzählungen
Lesung am 13. Oktober, 15.00 Uhr
Haus der Kulturen der Welt

Biographische Angaben:

Geboren 1956 in Mexiko-Stadt, arbeitete Anfang der 80er-Jahre als Kulturattaché in Ost-Berlin. Heute ist er Redakteur bei der Zeitung "La Jornada", Rundfunkjournalist und Autor. Er hat Romane, Kurzgeschichten und Essays veröffentlicht, die ihn weit über die Grenzen Mexikos hinaus bekannt machten.

Ausführliche Informationen in >> Culturebase

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